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Besucher seit 01.04.2001 Beförderungsstellen im Jahr 2020 Geht so Bestenauslese? Traurig aber wahr – auch die diesjährige Beförderungsrunde wird auf diese Weise wieder für Zündstoff sorgen Heute fange ich mal ganz klassisch damit an, was die  geltende Gesetzgebung zum Thema Beförderungen  sagt: Das Grundgesetzt der Bundesrepublik Deutschland  regelt in Artikel 33: „(2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung,  Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang  zu jedem öffentlichen Amte.“ Auch die Laufbahnverordnung des Landes  Brandenburg (aktuelle Fassung vom 1. Oktober 2019)  äußert sich in § 10 dazu, unter welchen Bedingungen  ein*e Beamte*r befördert werden kann.  „(1) Beförderung ist die Verleihung eines anderen  Amtes mit höherem Endgrundgehalt; Amtszulagen  gelten als Bestandteil des Grundgehaltes. Eine  Beamtin oder ein Beamter kann befördert werden,  wenn sie oder er nach Eignung, Befähigung und  fachlicher Leistung ausgewählt worden ist, die  Eignung für die höherwertige Funktion in einer  Erprobungszeit nachgewiesen wurde und kein  Beförderungsverbot vorliegt. (2) Die Ämter der  Bundesbesoldungsordnung A sind regelmäßig zu  durchlaufen.“   Klingt ja schon mal gut. Es soll garantiert werden, dass die geeignetste Person für dieses Amt  ausgewählt wird und es gilt das Leistungsprinzip. Besonders bei Beförderungen sollte doch eigentlich  nach der Bestenauslese ausgewählt werden und jeder kann hiernach befördert werden.  Für mich bedeutet dies, das die Person, die in einer Beurteilung, ob nun Regelbeurteilung- weil noch  nicht älter als ein Jahr… oder als Anlassbeurteilung die beste Note hat, befördert wird.   Denn, es war mal wieder an der Zeit Beförderungsstellen zu verteilen.  Wahrscheinlich wie immer.. glich die Zuteilung… bei der dazugehörigen Besprechung der  Anstaltsleiter*in mit dem Personalreferat III.1 im hohen Hause… dem Handel auf einem Basar. Wer  bekommt wie viele Beförderungsstellen für A9, A9Z… vielleicht noch eine im Verzahnungsamt, die  Verwaltung oder sogar für eine Fachdienstgruppe, die befördert werden kann... und natürlich unter der  Beachtung, welche Dienstposten als beförderungswürdig erachtet werden… und schon bin ich beim  Kern des Problems.. Durch die Anhebung des Eingangsamtes in A8 stehen die Chancen für die Bediensteten, die jeden Tag  ihren Dienst in den Vollzugsabteilungen oder in der Kammer, der Pforte, dem Fahr- und Besuchsdienst,  im Bereich Bildung und Freizeit… auf eine Beförderung schlecht. Gleiches gilt im Übrigen auch für die  Sachbearbeiter in der Verwaltung.  Sie machen jeden Tag einen guten Job… und ehrlich gesagt, soll und kann auch nicht jeder, von den  richtig Guten, in der Sicherheitszentrale arbeiten. Sie werden für die Umsetzung des gesetzlichen  Auftrages gebraucht.   So beschreibt und bewirbt unser Dienstherr auf seiner Internetseite den Beruf des  Justizvollzugsbeamten*in:  „Ein zeitgemäßer Justizvollzug soll die Gefangenen sicher unterbringen und sie befähigen, nach ihrer  Entlassung aus der Haft ein Leben ohne Straftaten zu führen. Hier tragen die Beamtinnen und  Beamten des allgemeinen Vollzugsdienstes eine große Verantwortung.  Ihre Tätigkeit im Justizvollzug erstreckt sich auf Sicherungs-, Behandlungs-, Betreuungs-, Ordnungs–  und Versorgungsaufgaben. Dabei sind die Gefangenen insbesondere bei der Arbeit, bei der Ausübung  von Sport und während der Freizeit zu betreuen, zu beaufsichtigen und soweit erforderlich anzuleiten.  Sie sind Ansprechperson für die Gefangenen, sowohl in Fragen des Vollzuges als auch in persönlichen  Angelegenheiten.  Sie sorgen für den ordnungsgemäßen Tagesablauf. Durch die ständige Anwesenheit üben Sie einen  starken Einfluss auf die Gefangenen aus und bestimmen maßgeblich die Atmosphäre in der Anstalt.  Dieser ständige Dienst am Menschen erfordert naturgemäß einen Schichtbetrieb (Frühdienst,  Spätdienst, Nachtdienst, Wochenend- und Feiertagsdienst).  Beamtinnen und Beamte im allgemeinen Vollzugsdienst tragen durch ihre Tätigkeit einen großen Teil  dazu bei, dass die Gefangenen resozialisiert und in unserer Gesellschaft wieder eingegliedert werden.  Der Kontakt mit Gefangenen birgt naturgemäß auch Konfliktpotential. Deshalb verlangt der Beruf vollen  Einsatz und die Fähigkeit, sich immer wieder neuen Situationen und Schwierigkeiten zu stellen.“  Doch diese verantwortungsvolle Aufgabe… außer man besetzt einen herausgehobenen Dienstposten  z.B. der Sicherheitszentrale oder hat eine besonderen Funktion wie der stellvertretender  Abteilungsleiter*in inne, ist aktuell nicht die A9 wert!?  Scheinbar nicht, denn in der Realität sieht das leider etwas anders aus. Das führt zu Verbitterung,  Resignation, Demotivation und vielleicht auch die Flucht in die Krankheit.  Denn zumindest in diesem Jahr gehen die A9er Beförderungsstellen für den AVD scheinbar wohl  wieder nur in die Sicherheitszentralen oder an diversen Funktionsträger… die mal abgesehen von den  Abteilungsleitern oder deren Stellvertreter… fernab von der täglichen Arbeit mit den Gefangenen sind.  … und auch die Mitarbeiter*innen der Verwaltung und der Fachdienste, wenn diese überhabt noch  Beamte sind, bleiben, mal abgesehen von ein paar Auserwählten, auf der Strecke.  Es wird Zeit für ein Umdenken, für Wertschätzung und Anerkennung…   …da hilft auch kein halbherziges „Danke für die geleistete Arbeit“ oder mal eine „Prämie für den  Einsatz in einer besonderen Situation“…  …sondern die Beförderung der Bediensteten in die A9- egal welchen Dienstposten sie besetzen!  D. Franke  Landesschatzmeisterin *Bildquelle: BSBD BRB