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Besucher seit 01.04.2001 DuZ - Dienst zu ungünstigen Zeiten oder mal anders - Deine unterbezahlte Zeit Erschwerniszulagenverordnung – Klappe die . . .  Haben es Landesbedienstete weniger schwer als Bundesbedienstete? Der Föderalismusreform aus dem Jahr 2006 ist es  geschuldet, dass die Gesetzgebungskompetenz im Bereich  der Besoldung den Ländern übertragen wurde. Daraus  resultierend trat im Jahr 2014 die Verordnung über die  Gewährung von Erschwerniszulagen im Land Brandenburg  (BbgEZulV) in Kraft. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde  versäumt, eine innovative und gerechte Abgeltung der  Erschwernisse zu entwickeln. Schon damals hätte ein Blick auf andere Bundesländer und den Bund gereicht, um die  Gesetzgebungskompetenz richtungsweisend auszuüben.  Die schon im Jahr 2014 aufgestellte Forderung, dass die  Zulage für den Dienst zu ungünstigen Zeiten auf 5 Euro  angehoben werden soll, wurde nicht einmal ansatzweise  beachtet. Im Jahr 2020 beträgt diese Zulage an Sonntagen und gesetzlichen Wochenfeiertagen,  an Samstagen vor Ostern und Pfingsten nach 12:00 Uhr sowie am 24. und 31. Dezember jeden  Jahres nach 12:00 Uhr, wenn diese Tage nicht auf einen Sonntag fallen, beim Bund bereits 5,50  Euro je Stunde. Auch für den Dienst in der Zeit zwischen 20:00 und 6:00 Uhr beträgt die Zulage  anders als im Land Brandenburg  2,59 Euro.   Zur Erinnerung  -  im Land Brandenburg  beträgt im Jahr 2020 die  Zulage 3,77 Euro und für den  Dienst in der Zeit zwischen 20:00 und 6:00 Uhr beträgt die Zulage 1,47 Euro. Daraus resultiert die  Frage: Haben es Landesbedienstete weniger schwer als Bundesbedienstete?  Nein ist die  Antwort darauf und die erbrachte Leistung der Beamtinnen und Beamtin wird nicht einmal  ansatzweise wertgeschätzt. Es ist an der Zeit, endlich die Erschwernisse im Dienst zu  ungünstigen Zeiten durch eine angemessene besoldungsrechtliche Verordnung anzuerkennen.   Der BSBD Brandenburg redet sich den Mund fusselig, wenn wir Nichtbetroffenen erklären was es  bedeutet, im Schichtdienst tätig zu sein. Schichtarbeit -24 Stunden / 7 Tage- belastet nachweislich die Gesundheit und führt zu  Einschränkungen im persönlichen Bereich jedes Einzelnen. Jedoch ist die Erfüllung der  gesetzlichen Aufgaben im Justizvollzug ohne Schichtarbeit nicht möglich. Zudem möchte ich mir  hier auch ersparen zu klären, warum Inhaftierte nicht nur in der Zeit von 8 – 16:30 Uhr behandelt,  betreut, versorgt und bewacht werden müssen. Es bleibt nur die Feststellung, dass  Resozialisierungsauftrag und Schutz der Allgemeinheit unseren Einsatz rund um die Uhr  erfordern.  Der Personalmangel hat bereits Dienstrhythmen zur Folge, die zeitweise mit der Einhaltung der  Arbeitszeitverordnung nichts zu tun haben. Den „Sprachfehlern“ unserer Kolleginnen und  Kollegen: „Ja – ich übernehme diese zusätzliche Schicht(en)“ ist es zu verdanken, dass trotzdem  der gesetzliche Auftrag, wenn auch nicht zufriedenstellend, erfüllt werden kann. Die Konsequenz  aus angewiesener Mehrarbeit sind Mehrarbeitsstunden und der dann folgende Kampf um die  entsprechende Abgeltung durch Freizeitausgleich oder Vergütung gemäß der  Mehrarbeitsvergütungsordnung unseres Landes.   Eine fortschrittliche und wertschätzende Verordnung über die Gewährung von  Erschwerniszulagen im Land Brandenburg trägt nach Auffassung des BSBD Brandenburg auch  zur Steigerung der Attraktivität des Berufs und somit der Nachwuchsgewinnung bei. Ein aktuell zu  beobachtender berufliche Wechsel zu Bundesbehörden wie z. B. Zoll und Bundespolizei könnte  dadurch ebenfalls reduziert oder bestenfalls gestoppt werden. Weiterhin bestände auch die  Möglichkeit durch den Abbau des Personalmangels, mittels Vermeidung von Jobwechsel und  Nachwuchsgewinnung, die Mehrarbeit zu reduzieren und  somit auch die Vereinbarkeit von Beruf  und Familie zu fördern.  D. Kleemann  Landesvorsitzende   Grafik: BSBD BRB