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Besucher seit 01.04.2001 …es weihnachtet sehr… Das traurige Märchen von Kunterbunt Es kann nicht zusammenwachsen, wenn es nicht zusammengehört! Mit „Es war einmal“ fangen ja bekanntlich alle Märchen an und da es auf Weihnachten zugeht, ist es Zeit ein Märchen, das kein Happy End zu haben scheint, zu erzählen. vor vielen Monden beschloss der Landesfürst und sein Hofstaat - mit all seinen Ministern und Ratgebern - aus zwei kleinen Dörfern, nennen wir sie Kunter und Bunt, die Stadt Kunterbunt zu machen. Kunter und Bunt lagen 100 Meilen voneinander entfernt, aber dank der schnellen Pferde, die die Regierung regelmäßig zur Verfügung stellen würde, könnte man sich innerhalb von nur 2 Stunden besuchen. Ach wie war die Freude groß, dass ein so erfolgreicher Coup gelandet war. Großes sollte passieren, Synergieeffekte wollte man schaffen und noch effizienter arbeiten, denn im Land fehlte es an geeigneten Bürgermeistern für die beiden kleinen Städte. Da lag die Idee nahe, dass der Bürgermeister von Bund auch in Kunter regieren könnten. Schließlich hatte er diese Aufgabe ja schon einige Jahreszeiten lang gemacht. Leider hatten die Spatzen schon vorher die Entscheidung von den Dächern gezwitschert, was natürlich zu sehr viel Unmut bei den Bürger*innen beider kleinen Städte führte. Das blieb der Regierung natürlich nicht verborgen und so beschloss man, dass ein Gesandter des Fürsten, den Bürger*innen den Entschluss mitteilte. Mit rosigen Worten erklärte der Gesandte, dass sich nichts ändern würde, alle könnten friedlich weiterarbeiten und auch die Arbeitsplätze blieben erhalten. Es sollte ja in Kunterbunt weiter fleißig gearbeitet werden. Schließlich hatten ja beide Städte eine besonders wichtige Aufgabe. Doch die Wahl zum Oberbürgermeister zog sich, weil - so zwitscherten es die Spatzen - auch andere Bürgermeister, die nicht weit von Kunter ihr Zuhause hatten, neugierig geworden waren. Indes beauftrage der Gesandte der Regierung heimlich den Bürgermeister doch mal zu überlegen, wie die neue Stadt Kunterbunt aussehen könnte. Also machte sich der Bürgermeister mit seinen engsten Vertrauten ans Werk, die Aufgaben zu verteilen. Und weil Kunter größer als Bunt war, sollte sie der Sitz des Oberbürgermeisters werden. Er glaubte, dass seine Vertrauten in Kunter ihn besser unterstützen würden als in Bunt. Man tüftelte tagein tagaus und zerbrach sich den Kopf, wie die Entfernung zwischen den beiden Städten überbrückt werden könnte. Zum Glück gab es ja wenigstens schon eine funktionierende Telefonleitung zwischen beiden Städten und den Rest mussten eben erst einmal die Brieftauben erledigen oder man würde wichtige Dokumente in die Satteltaschen der Pferde stecken. Die klugen Vorschläge wurden beim Gesandten vorgestellt, aber der war irgendwie nie zufrieden. Ach was war es für ein großer Jammer! Denn leider konnte man die Städte doch nicht so einfach miteinander verbinden. Auf die Idee, die Bürger*innen beider Städte vorher mal zu fragen, waren der Landesfürst und seine Gesandten leider nicht gekommen. Weder der oberste Gesandte und seine Untertanen, noch die Haus- und Hoftechniker von Siri konnten eine Lösung finden, wie der kleiner Krämer in Bund auch die Zahlen von Kunter einsehen könne und umgekehrt. Das machte die Sache nun noch besonders kompliziert, schließlich verband beide Städte ja eine besondere, ganz geheime Aufgabe und es mussten hochbrisante Daten ausgetauscht werden. Nur die Bürger*innen von Kunter und Bund wurden über die Entscheidung des Landesfürsten immer trauriger und einige von ihnen beschlossen, in eine andere Stadt zu ziehen. Aber für die fehlenden Bürger*innen wurde kein Ersatz geholt. Niemand wollte nach Kunter oder Bunt ziehen, auch weil die Silbertaler die das Fürstentum zahlen wollte, einfach zu wenig waren. In anderen Städten konnten sie ja schließlich mit der gleichen Arbeit mehr Geld verdienen. Und so dachte man sich wohl: ach wie fein, da packen wir das Geld doch lieber in die Schatzkammer. Und weil in Kunter ja noch die Vertrauten des Oberbürgermeisters saßen, sollten die jetzt plötzlich die Aufgaben für Bunt mitmachen. Doch leider hatte der Oberbürgermeister die Rechnung ohne seine Bürger gemacht. Die Bürger von Kunter wollten einfach nicht nach Bunt fahren und auch nicht in Kunter für Bund mitarbeiten. Da halfen kein Zetern und kein Drohen, schließlich gab es ja auch noch keine Lösung von Siri. Die Bürger von Bund hingegen wussten was sie zu tun hatten, schließlich hatten sie ja einst dem Landesfürsten die Treue geschworen. Sie ritten mit ihren schnellen Pferdchen nach Kunter und erfüllten auf Geheiß des Oberbürgermeisters ihre Aufgaben, obwohl manches dort besonders war. Zurück in Bunt arbeiteten sie dann auch dort weiter fleißig für Kunter mit. Natürlich gab es auch in Kunter viele fleißige Bürger*innen, die aber selbst so viel zu tun hatten, dass sie Bunt nicht helfen konnten. Auch weil Kunter und Bunt so unterschiedliche Aufgaben hatten. Wieso hatte man nur vorher nicht darüber nachgedacht? Was vom Landesfürsten beschlossen war, war nun einmal beschlossen! Wieder und wieder wandten sich verantwortungsbewusste Bürger*innen aus Kunterbunt an die neuen Gesandten und Minister, denn zwischenzeitlich gab es auch beim Hofstaat Veränderungen. Doch Hilfe bei den Problemen in der neuen Stadt blieb aus. Es schien dem Landesfürsten und seinen Gesandten egal zu sein. Hauptsache es passierte in der neuen Stadt nichts. Schließlich konnte man sich jetzt nicht um die „kleinen Probleme“ von Kunterbunt kümmern, denn die große Virenplage war über das Land hereingebrochen. Und natürlich gab es, weil die Staatskasse wegen der Virenplage leer war, vom Landesfürsten auch keinen Orden oder ein paar Silbertaler mehr. Das hatte der oberste Landesfürst nämlich nicht in seinem Plan bedacht. Die „dümmlichen Bürger*innen“ von Kunterbunt würden all die Aufgaben schon machen, es waren ja seine Untergebenen. Leider endet dieses Märchen nicht mit “und alle lebten glücklich und zufrieden“. Ganz im Gegenteil, niemand ist wirklich glücklich und zufrieden, nicht einmal der Oberbürgermeister von Kunterbunt. Deswegen schaue ich jetzt „Das kalte Herz“, da gibt es dann wenigstens ein Happy End und schließlich ist ja Weihnachtszeit. Grimm Hauff Anderson