Geschäftstelle: Grüne Aue 19a, 14776 Brandenburg an der Havel Tel. und Fax: 03381 / 660324 Geschäftsstelle: bsbdbrb@t-online.de Mitarbeitermotivation im Justizvollzug Talentfreier Plan zur Senkung des Krankenstandes und mögliche Zahlung einer  Leistungsprämie steht in den Startlöchern   Ein deutliches Zeichen von Überlastung wegen Personalmangel und  Aufgabenverdichtung ist der hohe Krankenstand. Besserung scheint nicht in  Sicht, denn bis 2019 gehen noch weitere ca. 260 Beschäftigte in den  wohlverdienten Ruhestand  Die Ursachenforschung im MdJEV hinsichtlich des Krankenstands führte nun zur  Planung, die Zahlung der  Vollzugsdienstzulage infolge Nichterfüllung der  zulagenberechtigten Aufgaben einzustellen, da die nach Brandenburgischem  Besoldungsgesetz (BbgBesG) geforderte Leistung durch die betreffenden  Mitarbeiter/innen bei längerer Abwesenheit ja nicht erbracht werde.   Es wird sich dabei auf die in § 41 Abs. 3 BbgBesG niedergeschriebene Widerrufbarkeit  der Stellenzulage gestützt. Diese ist rechtlich zwar nachvollziehbar, erscheint jedoch  nicht als Weg der Weisheit. Da sagt der BSBD Brandenburg doch herzlichen Dank, für die Wertschätzung der bis  dahin geleisteten Arbeit. Dieser massive Eingriff in die Besoldung möglicher betroffener  Mitarbeiter des Justizvollzugs zeigt deutlich die falsche Sparmentalität des Landes  Brandenburgs.   Und der Justizvollzug könnte nur die Spitze des Eisbergs sein. Bei Polizei und  Feuerwehr wird auch eine entsprechende Stellenzulage gezahlt, die wohl noch viel  größere Sparmöglichkeiten eröffnet.   Daher kann und will sich der BSBD Brandenburg diesem Plan des MdJEV nicht unterwerfen.  Auch erscheint die mögliche spätere Verteilung der "eingesparten" Gelder nach den Spielregeln der  Brandenburgischen Leistungsprämien- und -zulagenverordnung (BbgLPZV) nicht ausgereift und sehr  unglaubwürdig. Hier steht aktuell eine bloße Absichtsbekundung im Raum, die nicht mit nachvollziehbaren  Fakten untermauert ist. Denn schon die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass nur bei entsprechender  Haushaltslage die BbgLPZV Anwendung gefunden hat. Dabei kann sogar von Minimalismus gesprochen  werden, wenn wir uns ansehen, wie viele Mitarbeiter bis heute in den Genuss der Zahlung einer  Leistungsprämie gekommen sind.  Der BSBD Brandenburg geht derzeit fest davon aus, das die durch Zahlungseinstellung eingesparten  Gelder der sogenannten "Gitterzulage" im Haushaltstopf versickern werden und nicht den mehrbelasteten  Mitarbeitern des Justizvollzugs zu gute kommen. Denn das Vorhaben erscheint zu wenig ausgereift, um  den Vollzugsbediensteten die positive Seite des derzeitigen Plans - Zahlung von Leistungsprämien -  plausibel zu machen. Über Aufwand und Nutzen lässt sich hier wohl streiten. Zudem sollte über einen effektiveren Plan zur  Senkung des Krankenstandes nachgedacht werden. Die Streichung der sogenannten "Gitterzulage" kann  nicht der richtige Weg sein, um Langzeitkranke wieder gesunden zu lassen.  Der BSBD Brandenburg vertritt den Standpunkt, dass finanzielle Mittel zur Zahlung von Leistungsprämien  nicht auf Kosten von Langzeitkranken organisiert werden dürfen.  Motivation von Mitarbeitern sieht nach moderner Führungslehre anders aus!  Die Korrektur der Jahresstundenzahl und die dadurch notwendige geänderte Personalberechnung wäre zum Beispiel ein Weg die Aufgabenverdichtung durch Personalmangel zu reduzieren. Das könnte sich dann auch positiv auf den Krankenstand auswirken.
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