Geschäftstelle: Grüne Aue 19a, 14776 Brandenburg an der Havel Tel. und Fax: 03381 / 660324 Geschäftsstelle: bsbdbrb@t-online.de Tarifrunde 2015 - Zusatzversorgung Der Dank des Arbeitgebers Erpressung mit der Betriebsrente - ein schäbiger Versuch der TdL, die  Tarifverhandlungen auf Kosten der im öffentlichen Dienst tätigen Beschäftigten  in Hinsicht auf die Ruhestandsbezüge zu blockieren  Die Rente ist sicher!", so der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm  (CDU). Zwar war er auch als Kabarettist tätig, aber besser bekannt wurde er  wohl als Bundesarbeitsminister bis 1998. Und dieser Spruch ist schon einige  Zeit her. Zwischenzeitlich ist diese Aussage von der Realität überholt.   Nicht nur, dass das Eintrittsalter für den Ruhestand nach hinten gestreckt ist und es Bemühungen gibt,  dies fortzusetzen, auch die Bezüge - ob Rente oder Pension - sind permanent abgesenkt worden.   Da nun die gesetzliche Absicherung des Ruhestandes aus heutiger Sicht nicht mehr ausreichend ist,  wird für die persönliche Vorsorge geworben. Was aber ist mit der Betriebsrente, die hier als zusätzlichen  Bonus des Arbeitgebers für langjährige Treue zum Betrieb vorgesehen wurde? Auch im öffentlichen  Dienst hat der Arbeitgeber so etwas vorgesehen und hiermit die Versorgungsanstalt von Bund und  Länder (VBL) damit beauftragt.   Nun ist die sogenannte VBL-Rente nicht unbedingt dafür geeignet, aus immer dürftigeren  Ruhestandsbezügen ein Wohlstandshighlight zu machen, aber es ist ein - wenn auch im Vergleich zu  manchen Betriebsrenten in der Privatwirtschaft sehr geringes - Zubrot für den Ruheständler im  öffentlichen Dienst.   Die Bediensteten finanzieren es durch Beiträge zum Teil selbst. Der Teil, den der Arbeitgeber zu  erbringen hat, wird von diesen nun zur Disposition gestellt - man sieht hier Einsparungspotential für die  Haushalte. In der diesjährigen Tarifrunde hat die TDL dies thematisiert und sogar zum Knackpunkt für  den Fortschritt in den Verhandlungen erklärt. "Schäbig", wie der Verhandlungsführer des dbb, Willi Russ,  erklärte. Eine Erpressung mit Altersversorgungsbezügen zu Lasten aktueller Vergütungserhöhungen. Ein  Versuch, die aktiven Bediensteten gegen die Ruhestandsbezügler auszuspielen. Nur irgendwann werden  auch derzeit Aktive Rente bzw. Pension beziehen.   Besonders problematisch ist dies im VBL-Abrechnungsverband Ost. Im Gegensatz zum  Abrechnungsverband West handelt es sich beim Abrechnungsverband Ost um ein kapitalgedecktes  System, das nur in geringem Umfang durch eine zusätzliche Umlage finanziert wird. Die finanzielle Lage  dieses Abrechnungsverbandes ist deshalb neben dem Beitragsaufkommen auch wesentlich vom  Kapitalzins abhängig. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase auf den Kapitalmärkten ist im  Abrechnungsverband Ost mittlerweile eine Unterdeckung von rund zwei Milliarden Euro entstanden. Die  Entscheidung für ein solches System lag aber beim Arbeitgeber, der dies für kostengünstiger hielt. Nun  das böse Erwachen. Also will er die Bediensteten dafür in Haftung nehmen.  In den östlichen Bundesländern ist dies auch in Hinsicht auf die besondere Situation der im öffentlichen  Dienst Tätigen von Bedeutung. Ein erheblicher Teil der Kollegen hat Zeiten im Angestelltenverhältnis  absolviert und damit neben der (geringeren) Pension auch Anspruch auf Zahlungen aus der  Rentenversicherung. Zahlungen durch die VBL sind damit eingeschlossen. Insofern ist es für die Bezüge  der Ruheständler bedeutsam, dass es in den diesjährigen Tarifverhandlungen in Bezug auf die VBL-  Rente keine Einschnitte geben darf. Die Ruheständler sind damit direkt von den Tarifverhandlungen  betroffen und somit aufgerufen, aktiv bei den Protestaktionen aufzutreten.  Eindeutig hat der dbb erklärt: "Wenn der öffentliche Dienst … zukünftig als Arbeitgeber attraktiv bleiben  will, um die dringend benötigten Nachwuchskräfte an sich zu binden, ist aus Sicht des dbb die  Beibehaltung einer auskömmlichen Zusatzversorgung unverzichtbar." 
Besucher seit 01.04.2001 Günter Krebs