Geschäftstelle: Grüne Aue 19a, 14776 Brandenburg an der Havel Tel. und Fax: 03381 / 660324 Geschäftsstelle: bsbdbrb@t-online.de Richtung Sackgasse – Will uns keiner verstehen? Steigende Arbeitsunzufriedenheit wegen massiver Aufgabenverdichtung nach Einführung des BbgJVollzG am 01. Juni 2013 Dörthe Kleemann Der Tiefstand bei den Gefangenenzahlen ist überwunden. Seit 2012 steigen  die Zahlen wieder stetig an. Aktuell berichtet z.B. eine Justizvollzugsanstalt  von 16 Zugängen am Tag und 34 Zugängen in der Woche. Bereits im Januar  2014 waren dort über 50 Gefangene ohne Vollzugs- und  Eingliederungspläne. Ein Hintergrund dafür sind die erhöhten Anforderungen  an die Erstellung von Vollzugs- und Eingliederungsplänen seit Einführung  des Brandenburgischen Justizvollzugsgesetzes.  Dies führt zu Hilflosigkeit und Ohnmacht bei den Mitarbeitern im  Justizvollzug, denn es fehlt an Fachdiensten, welche die erforderliche  Diagnostik durchführen müssen und an Mitarbeitern im allgemeinen  Vollzugsdienst, die für Behandlung, Versorgung sowie Sicherheit und  Ordnung verantwortlich sind.  Die Forderung nach einer Personalanpassung aufgrund des neuen Gesetzes trifft  weiterhin auf taube Ohren und die Verantwortlichen im Vollzug fühlen sich mit ihren  Problemen allein gelassen.  Bereits im Gesetzgebungsverfahren wurde durch den BSBD Brandenburg ausführlich  dargelegt, dass die geforderten Aufgaben mit dem vorhandenen Personal nicht leistbar  sind. Immer wieder hörte der BSBD Brandenburg die Sätze: Die Zielzahlen für 2015  sind festgezogen. Über Personal reden wir nicht an dieser Stelle.  Nun zeigt die Realität, dass durch den BSBD Brandenburg keine Stimmungsmache  betrieben wurde, sondern dieser die Sachlage sehr realistisch gesehen hat. Im 10. Monat  seit in Kraft treten des BbgJVollzG kann daher bereits festgestellt werden, dass die  gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben zu einer massiven Aufgabenverdichtung   geführt haben und diese Überlastung nicht mit dem vom Ministerium der Justiz initiierten  Gesundheitsmanagement konform geht.  Alle Führungskräfte sollten wissen, dass Absentismus (eine Teilmenge  der Fehlzeiten die motivational bedingt sind) als Frühwarnsystem für  problematische Arbeitsbedingungen angesehen werden muss.  Mitarbeiter im Justizvollzug sind eine knappe Ressource, die durch  weitere geplante Personaleinsparungen zusätzlich reduziert werden  sollen. Das ist unverständlich und nicht nachvollziehbar, da bereits das  vorhandene Personal auf dem Zahnfleisch kraucht und die gesetzlich  vorgeschriebenen Aufgaben nur ansatzweise oder gar nicht erfüllt werden  können. Dies entspricht aber nicht unserem Anspruch an den Vollzug.  Die Bearbeitung von gerichtlichen Entscheidungen und Petitionen zu den  Themen Lockerungen, Behandlung, Personalmangel, eingeschränkte  Tagesablaufpläne und viel zu spät erstellte Vollzugs- und  Eingliederungspläne gehört nun zum Tagesgeschäft. Wäre aber nicht  erforderlich, wenn zur Einführung des Brandenburgischen Justizvollzugsgesetzes auch das  erforderliche Personal bereitgestellt worden wäre.  Noch kann in Richtung Umsetzung des Gesetzes abgebogen werden. Aber die Zeit zum  Einordnen in die richtige Spur wird knapp! 
Besucher seit 01.04.2001